von Thomas Zwentzien 17. August 2026
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In der mittleren Führungsebene zu arbeiten, hat wohl überall in der Welt seine besonderen Herausforderungen. Druck von oben, Druck von unten, und nicht immer erfährt man die verdiente Wertschätzung. In Schweden haben Führungskräfte im mittleren Management ein eigenes Wort bekommen, man nennt sie kurz und praktisch „Mellanchef". „Mellan" bedeutet „inmitten" und „dazwischen", steht aber auch für das Moderate und Unaufgeregte, was die Rolle treffend beschreibt. Ein tüchtiger Mellanchef spornt seine Mitarbeiter zu guten Leistungen an, ohne sich selbst allzu sehr in den Vordergrund zu drängen. In Schweden wird der Mellanchef gern mit gesellschaftlichen Trends verknüpft. Als vor einigen Jahren der Hallensport Padel in Schweden einzug hielt, eine Mischung aus Tennis und Squash, wurde die neue Fitnessform sogleich als Mellanchef-Vergnügen identifiziert und hier und da humoristisch kommentiert. Was der nationalen Padel-Lust jedoch in keiner Weise Abbruch getan hat. In jeder mittelgroßen schwedischen Stadt gibt es inzwischen mehrere Padelhallen, und in Umeå machte ein Schulträger gleich ganze Sache und richtete ein Padelgymnasium ein. Was belegt, dass der Mellanchef als Gesellschaftsbarometer ziemlich aussagekräftig ist und gute Nachwuchsprognosen hat.
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Zahldienst per Handy. Im Jahr 2020 wurden 76 % aller Zahlungen im Einzelhandel mit Karte getätigt.

My home is my...Arbeitsplatz



Die Corona-Pandemie hat auch in Schweden die Arbeitswelt verändert, und wie es scheint, für immer.

Im März 2020 wurden fast über Nacht Millionen Angestellte nach Hause geschickt, wo sie sich an Küchentischen,
in Sofaecken oder Schlafzimmern mit dem Laptop einrichteten. Am üblichsten war die Heimarbeit in der Hauptstadt Stockholm,
wo teilweise über 50 % der Büroarbeitenden im Homeoffice hockten. Im dünn besiedelten Nordschweden war es nicht einmal jeder Dritte.

Anderthalb Jahre später steht fest, dass aus der hastigen Räumung des Firmenbüros eine bleibende strukturelle Veränderung geworden ist.
Unter anderem haben viele Schweden gemerkt, wie viel mehr sie pro Tag schaffen, wenn die Kollegen nicht ständig ablenken
und die zahlreichen „Fika“-Pausen wegfallen. Aus Pendelzeit ist Hobby-, Sport- und Familienzeit geworden.
Und niemanden stört es mehr, wenn bei der Videokonferenz ein Kind oder der Labrador durchs Bild stürmt.

Kein Wunder also, dass 9 von 10 Schweden auch nach der Pandemie zumindest zeitweise weiter zuhause arbeiten möchten.
Viele Stockholmer haben die Gelegenheit genutzt und sind raus aufs Land gezogen. Dort kriegen sie viel mehr Haus fürs Geld.
Und im besten Fall auch ein eigenes Büro daheim.

Quellen:
internetstiftelsen.se
scb.se